Exkurs: Steinboden

Im Chalet eher unauffällig ist der Steinboden im Erdgeschoss. Doch hinter diesem Stein verbirgt sich eine sehr interessante Geschichte. Denn recht nah südöstlich befindet sich eines der grössten europäischen Abbaugebiete einer speziellen Sorte von Granit/Gneis. Allerdings in Italien gelegen, südlich des Simplonpasses, vom Chalet aus 40 km Luftlinie.
Es wird dort der weltbekannte Serizzo abgebaut. Dieser wird für Böden sowie europaweit besonders häufig für Aussenfensterbänke verwendet.
(Die im Wallis bekannte Deckung der Hausdächer mit Steinplatten ist aus einem verwandten Steinmaterial, das in der Schweiz ansteht.)

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Das Interessante der grossen Steinbrüche im Ossolatal ist, dass sie sich nicht im Talboden befinden, sondern auf mittlerer Hanghöhe quasi am Hang kleben (ähnlich wie beim bekannten Carrara-Marmor).

Das Interessante der grossen Steinbrüche im Ossolatal ist, dass sie sich nicht im Talboden befinden, sondern auf mittlerer Hanghöhe quasi am Hang kleben (ähnlich wie beim bekannten Carrara-Marmor). Die Dimension der Steinkuben links im Bild täuscht! Man schaue bitte mal rechts ins Bild, dort lugt ein kleiner gelber Bagger aus den Bäumen hervor (rechts unterhalb vom Gitterkran) – jetzt weiss man, wie gewaltig gross die Kuben sind! Diese Kuben bilden sich also erst durch sukzessives Abtragen des sie umgebenden Gesteins. Dieses wird in Schichten heraus- oder abgesprengt, so wie es auf der Unterseite der Kuben erkennbar ist. 24.09.2014

Ein LKW mit 5 grossen Granitblöcken donnert über den Hof der Steinverarbeitung.

Ein LKW mit 5 grossen Granitblöcken donnert über den Hof der Steinverarbeitung. Erlaubt sind auch in Italien für Lastzüge insgesamt 40 Tonnen, dieser hier, der auch (kurz) auf öffentlichen Strassen unterwegs war, hat 85 Tonnen. Gut zu erkennen ist die Grösse der Blöcke. Je grösser, desto weniger Verschnitt hat man später, aber je grösser, dann auch desto schwerer und unhandlicher.

In dieser gewaltig grossen Halle in Domodossola werden die Steinplatten für das Chalet Avantgarde aus einem grossen Block herausgeschnitten.

In dieser gewaltig grossen Halle in Domodossola werden die Steinplatten für das Chalet Avantgarde aus einem grossen Block herausgeschnitten.
Gut zu erkennen im Vordergrund die Blöcke, von denen schon Steinscheiben abgetrennt wurden.

Nochmals ein Blick in die Halle. Im hinteren Bereich steht als das wichtigste Werkzeug eine gewaltige Kreissäge, die die Blöcke in Scheiben schneidet. Die Scheiben werden links zwischengelagert.

Nochmals ein Blick in die Halle. Im hinteren Bereich steht als das wichtigste Werkzeug eine gewaltige Kreissäge, die die Blöcke in Scheiben schneidet. Die Scheiben werden links zwischengelagert.

Leider steht zum Grössenvergleich kein Arbeiter neben der Maschine, was aber wegen des gewaltigen Lärms auch nicht möglich ist.

Leider steht zum Grössenvergleich kein Arbeiter neben der Maschine, was aber wegen des gewaltigen Lärms auch nicht möglich ist. Die Dimension der Blöcke hat man auf dem LKW gesehen, hier wird einer in Scheiben aufgeschnitten. Das mit Diamanten besetzte Sägeblatt hat damit einen Durchmesser von knapp 4 Metern!
Natürlich kann das Sägeblatt den Stein nicht in einem Zug durchsägen, wie man es von Holz her kennt. Das Sägeblatt läuft hunderte Male von links nach rechts und wird je Durchgang immer nur wenige Millimeter nach unten gesetzt. Die Tiefe eines jeden Schnitts ist sehr abhängig von der Steinhärte, beim Serizzo sind es nur ca. 10 mm.
Folglich braucht es ungefähr eine Stunde, bis eine Scheibe vom Block abgeschnitten ist.
(Der Vollständigkeit halber sei darauf hingewiesen, dass diese überdimensionierte Kreissäge nur in diesem Betrieb eingesetzt wird, die allermeisten anderen Steinbetriebe der Region verwenden Gattersägen.)

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Hier erfolgt der zweite Arbeitsschritt. Die von der grossen Kreissäge abgetrennten Scheiben werden flach auf den Schneidetisch gelegt. Dann werden aus diesen Platten mit der deutlich kleineren Kreissäge die eigentlichen Steinplatten herausgetrennt.

Hier erfolgt der zweite Arbeitsschritt. Die von der grossen Kreissäge abgetrennten Scheiben werden flach auf den Schneidetisch gelegt. Dann werden aus diesen Platten mit der deutlich kleineren Kreissäge die eigentlichen Steinplatten herausgetrennt.
Hier werden gerade die Fussbodenplatten für das Chalet Avantgarde zugeschnitten.
Im Vordergrund rechts ist ein Stoss im Format 60×60 cm zu sehen, im Chalet eingebaut in den Bädern und im Heizungsraum. (Die Platten im Flur haben 80 x 80 cm und wiegen je 35 kg).
Als dritter Arbeitsschritt, hier nicht gezeigt, kommt noch die Oberflächenbehandlung. Es gibt glänzend, matt oder rauh, für das Chalet Avantgarde wurde matt gewählt.
Insgesamt erkennbar ist die sehr aufwendige Herstellungsweise bei Naturstein.

Mit knapp 2 Tonnen Serizzo Antigorio geht es zurück ins Wallis, im Hintergrund das Simplonhospiz.

Mit knapp 2 Tonnen Serizzo Antigorio geht es zurück ins Wallis, im Hintergrund das Simplonhospiz.
06.11.2014